Archive for Februar, 2017

LAN Netzwerk einrichten

Samstag, Februar 18th, 2017

Computer-Netzwerkleitungen verlegen und ein komplettes PC-Netzwerk aufbauen – das können Sie selbst! Was Sie beim Aufbau eines LAN-Netzwerkes beachten müssen, und wie Sie WLAN-Modem, Router und Co. richtig anschließen, zeigen wir hier Schritt für Schritt.

Auch wenn Sie sich noch nicht mit dem Thema Netzwerk beschäftigt haben: Bei der nächsten Renovierung sollten Sie die dafür benötigten LAN-Leitungen gleich mit verlegen. Denn schon wenn Sie einen zweiten Computer mit dem vorhandenen Drucker betreiben möchten: Mit einem kleinen LAN-Netzwerk geht dies am einfachsten. Gleichzeitig können Sie einen Internetzugang für beliebige Orte in der ganzen Wohnung, ja sogar in Haus und Garten, schaffen.

Von Anfang an sollten Sie dabei allerdings planvoll zu Werke gehen. Anders als in der Elektroinstallation ist bei Computernetzwerken nämlich eine Sternstruktur nötig (siehe PRAXISTIPP). Das bedeutet: Alle Netzwerkkabel werden idealerweise an einem Punkt in Wohnung oder Haus zusammengeführt, an dieser Stelle können dann die benötigten Verbindungen besonders einfach hergestellt werden. Ähnlich wie in der Elektroinstallation werden fest verlegte Leitungen mit massivem Aderkern aus Kupfer ausgeführt, für die flexible Verlegung zu den Endgeräten werden hingegen sogenannte Patchkabel mit Adern aus einem feindrähtigen Litzenbündel verwendet.

Patchfeld & Patchkabel

Um eine hohe Verbindungsgeschwindigkeit mit mehreren Endgeräten pro Verbindungsstelle zu ermöglichen, werden Netzwerkkabel immer im Pärchen fest verlegt, entsprechend weisen Netzwerksteckdosen immer auch zwei Einsteckplätze auf. Fest verlegte Netzwerkkabel enden an den einzelnen Anschlussstellen in Netzwerksteckdosen, im Zentrum der Sternzusammenführung werden Sie am besten in einem sogenannten Patchfeld zusammengeführt.

Die Vielzahl der Adern – pro Leitung müssen immerhin jeweils acht Adern angeschlossen werden – macht eine besondere Installationstechnik nötig. Dabei werden die einzelnen Adern nicht abisoliert und per Hand angeschlossen, sondern an speziellen Reihenverbindern in Schneidklemmen gedrückt, die für einen elektrischen Anschluss sorgen. Dafür ist ein eigenes Werkzeug nötig, das sogenannte Auflegewerkzeug (siehe Bauanleitung LAN-Patchfeld verdrahten). Über das Patchfeld erhält jede Netzwerkleitung eine Buchse, die nun per Patchkabel mit einer anderen Buchse oder zum Beispiel einem Netzwerkverteiler, dem sogenannten Switch, verbunden werden kann. Erst der Switch macht aus der Verkabelung ein Netzwerk, denn dieses Gerät sorgt dafür, dass jedes der angeschlossenen Geräte mit jedem anderen Daten austauschen kann.

DSL-Router & Modem anschließen

Zusätzliche hier angeschlossene Geräte schaffen weitere Verbindungen: So kann ein DSL-Router alle angeschlossenen Geräte mit einer gemeinsam nutzbaren Internetverbindung versorgen, ein WLAN-Access Point (= Funk Zugangspunkt) stellt Funk-Verbindungsmöglichkeiten ins Netz her – oft ermöglicht auch schon der angeschlossene Router diese Möglichkeit.
PRAXISTIPP:
Entfernte Bereiche von Wohnung oder Haus können außerdem über Power-LAN angeschlossen werden: Hierbei wird statt eines Netzwerkkabels das Stromnetz zur Datenübertragung genutzt (siehe PRAXISTIPP).

Alternativ können Sie Verbindungen auch über weitere Distanzen mit Patchkabeln herstellen, die an beiden Seiten mit Netzwerksteckern versehen sind. Sollen die Leitungen allerdings durch Wände hindurch verlegt werden, müssen entweder Durchbrüche geschaffen werden, die größer als der Stecker einer solchen Leitung sind – oder Sie müssen die Stecker später selbst montieren – man spricht hier von crimpen (= bördeln).

Wichtig ist die richtige Auswahl des zu verlegenden Leitungstyps: Während eine Installation mit Auflegewerkzeug nur mit massiven Adern funktioniert, müssen zu crimpende Leitungen mit flexiblen, feindrähtigen Litzen ausgestattet sein. Wird der jeweils andere Leitungstyp verwendet, könnten die Anschlussverbindungen elektrisch nicht sicher arbeiten.

Netzwerkverbindungen funktionieren bis zu einer Ausdehnung von insgesamt gut 100 Metern störungsfrei. Um eine hohe Signalqualität sicherzustellen, verwenden Sie am besten im ganzen Netz geschirmtes Kabel, also mindestens den Leitungstyp FTP Cat-5 (FTP = Foiled twisted pair = Zwillingsleitung in Folie, Geschwindigkeitskategorie 5).

Für die Platzierung des WLAN Routers gilt: Wer ein starkes Signal möchte, der sollte ihn von Stahlbeton- und Holzwänden fernhalten. Kommt man aber nicht drum rum, dann helfen WLAN-Verteiler weiter, welche die Reichweite eines Funknetzwerkes erhöhen. Die allgemeine Übertragungsleistung von einem WLAN Router lässt sich an den Buchstaben hinter der technischen Normbeschreibung ablesen. Der momentane Standard ist eine Übertragungsgeschwindigkeit von 450 Megabit pro Sekunde.

Wer einen DSL-Anschluss bestellt hat, wird mit Splitter und Router ausgestattet – so gelingt der Anschluss des PC-Netzwerkes mit Internetanschluss:

 

1 Splitter: Diese für DSL nötige Frequenzweiche trennt die Bandbreite in DSL- und Telefonbereich

2 Telefondose: Sie stellt weiterhin die Verbindung zur Außenwelt her

3 Router: Er koppelt das lokale Netzwerk mit dem Internet. Viele Router ermöglichen WLAN (Funkverbindung zu Computern)

4 Power-LAN: Ermöglicht es, Computer ohne Netzwerkkabel zu verbinden (über Stromkabel

5 Stromanschluss: wird vom Router benötigt

6 Telefon und LAN werden am Router per Leitung angeschlossen

 

Zur Internetseite:

http://www.selbst.de

Codename „Argus“

Samstag, Februar 4th, 2017

Kommt Apples nächstes großes Ding aus Deutschland? Gerüchten zufolge arbeitet der iPhone-Hersteller an einer Augmented-Reality-Brille – gemeinsam mit Zeiss.

 

Das nächste heiße Ding in der Technologiebranche könnte aus dem schwäbischen Örtchen Aalen kommen. In der 70 000-Einwohner-Stadt an der Grenze von Bayern und Baden-Württemberg hat die Carl Zeiss AG ein kleines Team mit einem großen Ziel zusammengestellt: Sie wollen die erste massentaugliche Datenbrille der Welt entwickeln, das Projekt trägt den Codenamen „Argus“. Von außen soll sie aussehen wie eine ganz normale Sehhilfe. Aber ihr Innenleben soll alles übertreffen, was bisher im Silicon Valley oder in China hergestellt wird.

Ein deutsches Unternehmen der Spitzentechnologie und Apple – es hat durchaus Tradition, dass die Kalifornier sich die Besten holen, wenn sie an einer neuen Idee werkeln. Insofern erscheinen die Gerüchte nicht völlig aus der Luft gegriffen, dass der US-Konzern und das deutsche Optik-Unternehmen eine Brille für Augmented Reality (AR), also erweiterte Realität, entwickeln. Zumal da bekannt ist, dass Apple intensiv an AR forscht. Weder Apple noch Zeiss bestätigten die Information des gut vernetzten Bloggers Robert Scoble. Sie dementierten aber auch nicht.

Was Zeiss bestätigt: Es gibt ein firmeninternes Start-up namens Smart Optics. Das 15-Mann-Team in Aalen arbeitet an einer Weiterentwicklung einer AR-Brille nach dem Vorbild von Googles Modell Glass. AR-Datenbrillen dieser Art haben in ihrem Gestell einen Mini-Computer und Mini-Projektor, der Zeichen auf eine Fläche im Brillenglas schreiben kann. So kann der Träger der Brille zum Beispiel kurze Texte lesen, ohne dass er dafür ein weiteres Gerät in die Hand nehmen muss.

Viele große Tech-Konzerne forschen an erweiterter und virtueller Realität

Seit 2014 tüfteln die Zeiss-Nerds an dieser Brille, anfangs war ihre Arbeit streng geheim. Erst seit 2016 dürfen sie über ihr Projekt sprechen. Ein Prototyp, vorgestellt Anfang 2016, erregte in der Branche ziemliches Aufsehen. Mittlerweile ist Zeiss soweit, dass sie auch Gläser mit Korrektur von Sehschwächen für AR-Brillen fertigen können oder welche mit Sonnenschutz.

Im Februar zeigte Zeiss auf dem Mobile World Congress in Barcelona bereits eine Virtual-Reality-Brille.

(Foto: REUTERS)

Erweiterte und virtuelle Realität – kaum eine große Firma aus der Technologiebranche, die sich nicht sehr intensiv damit beschäftigt.

Facebook überraschte vor einem knappen Jahr, als der Chef Mark Zuckerberg auf dem Mobile World Congress bei der Samsung-Produktvorstellung auftauchte und eine Kooperation in Sachen Virtuelle Realität mit dem Smartphone-Hersteller ankündigte. Der Internet-Konzern Google hatte schon Jahre davor großes Aufsehen mit der Brille Glass erregt.

Microsofts Brillenprojekt Hololens gibt es bisher erst als teure Entwicklerversion

Doch es erwies sich als schwierige Aufgabe, die nötige Technik auf kleinstem Raum unterzubringen. Zudem aber – viel entscheidender noch – schlug dem Gerät in der Öffentlichkeit unverhohlene Ablehnung entgegen. Wer die Brille trug, wurde als „Glasshole“ beschimpft – in Anlehnung an asshole. Besonders die Videofunktion beunruhigte viele. Google forscht weiter an dem Projekt – aber bis auf weiteres hinter verschlossenen Türen.

Auch Microsofts mit viel Vorschusslorbeeren bedachtes Brillenprojekt Hololens ist noch nicht bei den Konsumenten angekommen. Nur Entwickler können die Brille für 3300 Euro kaufen. Auch Hololens ist eine Augmented-Reality-Brille. In das Bild der realen Umgebung werden zusätzliche Objekte oder Informationen eingeblendet. Da erwacht dann plötzlich das Dinosaurier-Gerippe im Naturkunde-Museum zum Leben und trampelt lebensgroß neben den Besuchern her.

Apple verdonnert seine Partner zu Stillschweigen

Der japanische Konzern Epson, bekannt unter anderem für Drucker, hat dagegen schon AR-Brillen auf dem Markt. Sie werden im professionellen Umfeld eingesetzt, zum Beispiel um Monteuren über das Internet Hilfe geben zu können, oder damit diese die Hände frei haben, aber trotzdem Informationen etwa bei einer Reparatur erhalten. Viel Wirbel gab es im vergangenen Jahr auch um die Projekte mit Virtual-Reality-Brillen vor allem für Spiele. Sony, HTC und Oculus sind auf diesem Gebiet die wichtigsten Hersteller.

Ob Apple Kontakt zu Zeiss hat, ob tatsächlich, wie der US-Blogger Scoble vermutet, noch in diesem Jahr eine Apple-Brille mit Zeiss-Technik auf den Markt kommt, muss im Moment Spekulation bleiben. Die Kalifornier sind in der Branche dafür bekannt, die Kooperationspartner zu absolutem Stillschweigen zu verdonnern. Ansonsten drohen hohe Vertragsstrafen. Ein Zeiss-Sprecher bestätigt immerhin, dass derzeit Gespräche mit Firmen aus der Elektronikbranche laufen.

Es erscheint sinnvoll, dass Zeiss seine AR-Brille für die Massen nicht alleine auf den Markt bringen wird. Sie werden sich vernünftigerweise auf die optische Expertise beschränken und starke Partner suchen, die Dinge wie ein Betriebssystem, aber auch Vertriebserfahrung einbringen. Das kann, muss aber auch nicht Apple sein.

 

Die Homepage besuchen:

www.sueddeutsche.de/digital

So arbeitet man bei Microsoft und Google

Samstag, Februar 4th, 2017

Arbeiten, wo andere schwimmen gehen: Bei Google fehlt allerdings das Becken.

Wer bei Microsoft in Deutschland für immer seinen Schreibtisch räumen muss, kann sich glücklich schätzen. Dann wartet nicht die Arbeitsagentur, sondern ein ungewöhnlicher Arbeitsplatz in der neuen Zentrale in München Schwabing. Von den 1900 Mitarbeitern, die Ende des vorigen Jahres umgezogen sind, hat fast keiner mehr einen festen Schreibtisch. Jeden Morgen müssen sich die Angestellten erst einen freien Platz in dem 26 000 Quadratmeter großen Gebäude suchen. Die Heimatlosigkeit im Arbeitsalltag ist Teil eines Konzeptes, das Microsoft über zwei Jahre lang in Zusammenarbeit mit einem Fraunhofer-Institut entwickelt hat. Der Verlust des eigenen Schreibtisches soll ein Gewinn für den modernen Mitarbeiter sein.

 

Es darf übrigens auch zu Hause gearbeitet werden. Homeoffice hat den gleichen Stellenwert wie der Gang ins Büro. Microsoft macht keine Vorschriften, wer wo wie lange in der Zentrale seinen Teil zur Zukunft des amerikanischen Unternehmens beiträgt. Einzige Vorgabe der Geschäftsführung: Der tägliche Job muss erledigt werden. Microsoft-Chefin Sabine Bendiek nennt dies die „neue Welt des Arbeitens“ und schiebt hinterher: „Das klingt nach großen Worten, ist aber wirklich wahr.“ Das traditionelle Bürokonzept passe nicht in die digitale Welt, feste Schreibtische gebe es nicht mehr.

 

Der Computer mit Internetzugang ist die Voraussetzung, und auch die einzige, für das grenzenlose Arbeiten. Praktischerweise entwickelt Microsoft selbst seit vielen Jahren die dafür notwendige Software. Die Angestellten greifen erwartungsgemäß auf die Produkte aus dem eigenen Haus zurück. Neben den klassischen Officeprogrammen wie Outlook, Word, Excel und Powerpoint, die in der Bürowelt der Standard sind, kommen „One“-Produkte wie Drive für den Datenaustausch oder Note als digitales Notizbuch hinzu. Mit Skype wird telefoniert und gechattet.

Und selbst auf der Hardware findet sich das Microsoft-Logo. Für das mobile Arbeiten verteilt die Personalabteilung die Hybrid-Notebooks Surface und Surface Book. In den Besprechungsräumen hängt der Surface Hub, ein berührungsempfindlicher, in 4K auflösender Bildschirm in Größen von 55 oder 84 Zoll, mit Windows 10 als Betriebssystem, ausgestattet mit Kameras und Mikrofonen. Der Hub ist zugleich auch ein Whiteboard, also eine digitale Tafel, welche die handschriftliche Eingabe mit Stift erkennt. Der Hub versteht den Standard Miracast, so dass Mitarbeiter ihre Inhalte vom Notebook, Tablet oder Smartphone kabellos übertragen können.

 

Etwa 800 Kilometer nördlich von München, in Hamburg, hat ein anderes großes amerikanisches Unternehmen seine Deutschland-Zentrale. Google hat dort in einem zehnstöckigen Gebäude in der ABC-Straße neun Stockwerke gemietet. 500 Mitarbeiter steuern hier die Geschäfte des Internetgiganten. In den Großraumbüros auf den Bürostühlen hängen Jacken, auf den Schreibtischen stehen leere Tassen, Becher und Brauseflaschen. Die Rollcontainer sind mit Kekstüten, Taschentüchern und anderen privaten Dingen belegt. An den Monitoren hängen eigene Kopfhörer und kleben Post-its. Manche Mitarbeiter brauchen zwei Monitore, eine Tastatur und ein Notebook. Anderen reicht die Kombination aus Laptop und zweitem Bildschirm. Jeder hat seinen eigenen Schreibtisch. Das ist nur ein Unterschied zu Microsofts Zentrale in München. Verlässt man die Hauptarbeitszone, wird es bei Google bunt, witzig und thematisch.

Für die konkrete Umsetzung ist Jason Harper verantwortlich. „Die Zentrale in Hamburg habe ich gebaut“, sagt der Architekt. Der Mann im Kapuzenpulli meint natürlich die Inneneinrichtung. Auch die europäischen Zentralen in Zürich und Dublin hat er geplant. Die Stockwerke haben jeweils ein Thema. Besprechungsräume sehen mal aus wie ein Fernsehstudio mit Weltkarte an der Wand, ein Stadion mit einer Decke voller Fußbälle oder eine Kajüte mit runder Holztür. In der Kaffeeküche hängen Regenschirme von der Decke, auf dem nachempfundenen Sonnendeck lädt eine Hängematte ein, man kann zur Entspannung in einem Becken mit Schaumstoffwürfeln liegen und in Designersesseln Computerspiele wie Fifa 17 spielen. Hintergrundgespräche führen Mitarbeiter auf Startblöcken eines angedeuteten Schwimmbads, oder sie schreiben in einem stilisierten Ruderboot auf ihrem Notebook.

Siehe hier:

www.faz.net/aktuell